sollte Amalgam unter Zahnkronen entfernt werden

Amalgam

Was ist Amalgam?

Amalgam ist eine Legierung, die Quecksilber enthält. Leider findet man zu diesem Werkstoff sehr viele emotional geladene Berichte im Internet, wir wollen Ihnen hier Fakten bringen, die von beiden Seiten, nämlich Befürwortern und Gegnern, nicht wiederlegt werden können. Fakten, mithilfe derer Sie vielleicht besser entscheiden können, ob Sie Ihre Füllungen wechseln lassen wollen. Immer wieder liest man über Quecksilberbelastung, Amalgambelastung und Quecksilber Ausleitung. Das Element Quecksilber (Hg) ist als Naturstoff in der Erdkruste und der Atmosphäre weit verbreitet. Weltweit werden pro Jahr ca. 30 000 bis 150 000 Tonnen Hg aus natürlichen Quellen, z. B. Vulkanen, in die Umwelt freigesetzt. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe trägt mit zirka 10 000 Tonnen Hg pro Jahr zur Umweltbelastung bei. Alle Menschen – besonders in industrialisierten Ländern – sind durch Quecksilber belastet; ein bedeutender Faktor ist die berufliche Belastung. Die Löslichkeit von Quecksilber aus Amalgamfüllungen im Speichel ist vom Amalgamtyp, von der Art der Oberflächenbearbeitung (poliert/ nicht poliert), vom Alter der Amalgamfüllung, vom pH-Wert des Speichels und der Temperatur abhängig. Die tägliche Freisetzung von nicht resorbierbarem Quecksilber aus Amalgamfüllungen liegt durchschnittlich zwischen 12 und 32 μg, während täglich aus der Nahrung zwischen 5 und 20 μg an resorbierbarem, organisch gebundenen Quecksilber aufgenommen werden.

Wann wird Quecksilber freigesetzt?

Am meisten Quecksilber aus Amalgamfüllungen wird beim legen und ausbohren der Füllung freigesetzt, sprich der Zahnarzt und sein Team sind am stärksten der Quecksilberexposition ausgesetzt. Wenn Sie sich nun hoch rechnen, dass der Zahnarzt und sein Team am Tag zig Füllungen wechseln und es keine signifikant höhere Zahnarztsterblichkeit gibt, dann wird auch Ihre Amalgamfüllung vermutlich nichts an Ihrer Lebenserwartung ändern. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Salze von Quecksilber, Kalomel und Sublimat, lange Zeit als Desinfektions- und Abführmittel in der Medizin eingesetzt wurden. Wenn man sich einfach nur die Zahlen ansieht, dann merkt man, dass laut Statistik die Quecksilberbelastung der Menschen in den Industrieländern aufgrund Meeresverschmutzung, Sparglühbirnen und Computer, sich vervielfacht hat, auch wird die Anzahl der Amalgamfüllungen dank Fastfood immer höher, trotzdem werden wir immer älter. Rein statistisch gesehen hat das Quecksilber also wenig mit unserer Lebenserwartung zu tun. Im Zuge von emotional geführten Diskussionen, vergisst der Mensch leider, dass es auf dieser Erde kein „Gift“ in dem Sinne gibt, sondern immer nur die Dosis das Gift bestimmt – Ihr Eisen im Blutfarbstoff Hämoglobin, war früher Sternenstaub, durch einen Meteoriteneinschlag kam Eisen auf die Erde und fand über primitive Einzeller den Weg zu Ihnen.

Amalgamentfernung und Entgiftung, Ausleitung – geht sowas?

Vorweg, sich vergiftet fühlen, bedeutet nicht vergiftet sein. Um die Frage der Entgiftung zu beantworten, müssen wir uns kurz mit der Vergiftung befassen. Man unterscheidet akute und chronische Quecksilbervergiftungen. Akute Quecksilbervergiftungen kamen früher z.B. bei Kleinkindern vor, die sich mit einem Thermometer spielten und nach zerbrechen des Gleichen die schön silbrig glänzende Flüssigkeit schluckten. Solche akuten Quecksilbervergiftungen sind gekennzeichnet durch Verätzungen. In unserem „Thermometer“ Beispiel kam es zu Verätzungen am Mund, an der Speiseröhre und am Magen. Je nach Schweregrad kommt es zur Narbenbildung mit all den daraus resultierenden Folgen. Was kann man sich unter Folgen vorstellen? Bleiben wir bei der Speiseröhre – ein Muskelschlauch, der Speisen befördert. Kommt es zu ausgedehnten Verätzungen, dann wird der Muskel zerstört und es bildet sich Narbengewebe! Durch das Narbengewebe wird der  „Schlauch“ verengt und man muss die Speiseröhre schlimmstenfalls entfernen und z.B. durch eine Dünndarmschlinge „ersetzten“. Eine „Ausleitung ist also bei akuten Quecksilbervergiftungen fruchtlos, denn „hin“ ist hin!

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, den chronischen Quecksilbervergiftungen. Nehmen Menschen in kleinen Dosen über lange Zeiträume organische Quecksilberverbindungen zu sich, dann wird das Quecksilber vor allem im Hirn gelagert. Dort wiederum in bestimmten Arealen, deshalb haben chronische Quecksilbervergiftungen immer die gleichen Symptome – Hände zittern, massive Gleichgewichtsstörungen, die zu Gehstörungen führen, erhöhten Muskeltonus (Rigor), kleinschrittigen Gang (gleich wie beim Parkinsonkranken im Endstadium), depressive Stimmung und Einengung der Gedanken. Eine Quecksilbervergiftung ist nicht etwas, woran man glaubt „es zu haben“, entweder man hat eine, oder man hat keine. Es handelt sich um schwere Krankheitszeichen, die leider nach heutigem Wissensstand irreversibel sind. Leider werden von vielen Ärzten, diverse Substanzen zur Quecksilberausleitung angeboten, so z.B.

  • Chlorela

  • Spirulina

  • Zinc

  • Vitamin C

  • Phytohypophyson

und vermutlich glauben deshalb so viele Menschen, man könnte Quecksilber ausleiten. Viele dieser Stoffe passieren nicht einmal die Darmschranke, das heißt es handelt sich um Ballaststoffe, wir scheiden diese unverändert aus. Die Blut/Hirn Schranke wird von keinem dieser Stoffe passiert, wie also ein Stoff, der nicht in Kontakt mit dem Quecksilber im Hirn kommt, diesen binden und dann aus dem Körper ausschleusen soll, ist ein Rätsel. Auch findet man diesbezüglich keine fundierte Literatur in der Cochrane Datenbank – Schlagwort „Evidenzbasierte Medizin“. Weiters ist fraglich, was mit den Zelldefekten, also den Schäden passiert, denn das Quecksilber an sich verursacht nur eine Neuronendegenration, wenn also die Giftsuppe beseitigt wäre, dann blieben eben noch die Folgeschäden. Keine der genannten Substanzen ist in der Lage, Neuronenwachstum zu stimulieren.  Vermutlich gibt es deswegen keinen dokumentierten Fall einer erfolgreichen Quecksilbervergiftungstherapie von einem Spital, oder eines, auf Vergiftungen spezialisierten, Zentrums. Dort werden Quecksilbervergiftungen nämlich nicht durch „Ausleitung“ therapiert, sondern nur symptomatisch behandelt – man versucht also die Beschwerden zu lindern, denn mehr geht nach dem heutigen Wissenstand leider nicht.

Amalgam Entfernung

Ist eine Amalgamfüllung undicht, dann muss diese entfernt werden – man spricht von Amalgamentfernung. Wann ist eine Zahnfüllung undicht? Sie als Patient merken einen schwarzen Randspalt zwischen Zahn und Zahnfüllung, ein Zeichen der Undichtheit – Schmerzen haben Sie meistens keine. Zum Glück muss nicht die ganze Füllung herausgebohrt werden, meistens reicht ein sogenannter Kreuzschnitt und Teile der Füllung brechen heraus. Dieses Vorgehen ergibt eine geringere Quecksilber Belastung für Sie und den Arzt, wobei die Ihrige zu vernachlässigen ist. Um die Quecksilber Belastung bei der Amalgamentfernung weiter zu reduzieren, empfiehlt sich die Verwendung einer Metallfräße, anstatt eines diamantiertem Bohrers. Häufig findet man unter Amalgamfüllungen dunklen Bereiche, dass sind zu einem Teil Amalgamverfärbungen, manchmal auch Karies. Karies muss entfernt werden, die Verfärbungen nicht, man versucht immer soviel wie nur möglich Zahnhartsubstanz zu schonen, denn umso größer die Dentinwunde, umso mehr steigt das Risiko von einem Zahnnervschaden.

Häufig wird dem Patienten ein Kofferdam zur Entfernung des Amalgams angeboten, der Kofferdamm schütz zwar nicht vor den Dämpfen, verhindert aber, dass Amalgamstücke in die Luftröhre gelangen, was eine ernste Komplikation darstellen würde. Das Risiko der Aspiration von Füllungsteilen hat man leider generell beim Zahnarzt – Werkstoffunabhängig, zum Glück kommt so etwas aber nur sehr selten vor. Um die gefährlichen Dämpfe abzusaugen, bräuchte es eine spezielle Absaugung, die man nur in Hochsicherheitslaboratorien findet – der Nutzen solcher Absaugungen, gemessen zum Aufwand, lohnt sich nicht bei Zahnarztordinationen. Die Normale Absaugung und/oder eine Sauerstoffmaske, kann die Freisetzung von Dämpfen nicht verhindern.

Quecksilber Testung im Speichel?

Nicht resorbierbares Quecksiberverbindungen sind für uns ungefährlich, da wir das Quecksilber nicht aufnehmen können! Gefährlich sind die organisch – resorbierbaren Verbindungen! Speichelmessungen sind sehr ungenau und nicht standardisiert, so führt der Genuß von Alkohol zu einem Anstieg der resorbierbaren Quecksilberdampfabgabe und einer erhöhten Speicherung von Quecksilber in der Leber. Auch bei Zigarettenrauchern findet man höhere Quecksilber-Konzentrationen im Blut, als bei Nichtraucher. All diese Faktoren müßten vor Messungen berücksichtig werden, zudem ist die Quecksilber Konzentration im Speichel weiterhin davon abhängig, zu welcher Tageszeit die Proben genommen wurden und wie groß der Anteil organischer Substanzen im Speichel ist. Weiters stellten Wissenschaftler fest, dass das Kauen von Kaugummi zu einer ausgesprochen hohen Freisetzung von Quecksilber (im Gegensatz zum Kauen bei der gewöhnlichen Nahrungsaufnahme) führt. Nach dem Genuß von heißen Getränken ließ sich, anders als vermutet, kein Anstieg der Quecksilberkonzentration im Speichel erkennen.

Aufgrund  dieser umfangreichen Untersuchungen über die Aufnahme von Quecksilber aus Amalgamfüllungen weiß man heute, dass eine einzelne Untersuchung (über den Quecksilbergehalt im Speichel oder der Ausatemluft) oder eine Serie von Proben nicht zur Bestimmung der Exposition einer Person gegenüber Quecksilber aus Amalgamfüllungen herangezogen werden kann. Speichel-Untersuchungen gelten daher nicht als standardisierte Verfahren zur Bestimmung der Belastung durch Quecksilber; insbesondere fehlt hier die Möglichkeit der Standardisierung (Ruhespeichel / Reizspeichel / stimulierter Speichel). Es gibt keine wissenschaftlich fundierte Festlegung von Grenzwerten, wie sie gelegentlich von Laboratoriumsmedizinern angegeben werden. Daten, die nach Provokation bzw. Extrembelastung gemessen werden können, sind zur Beurteilung der Norm grundsätzlich nicht geeignet.

Generell eignen sich zur Messung der Quecksilber-Belastung Körperflüssigkeiten, wie Urin und Blut; für die Screening- Untersuchung ist die Analyse von Quecksilber im Haar geeignet. Allerdings ist ihr Indikationsbereich auf wissenschaftliche Untersuchungen bzw. auf den Einsatz bei Schwermetall-Vergiftungen beschränkt. Nach dem derzeitigen Wissensstand gibt es also für routinemäßig erhobene Speichel-, Blut- bzw. Urinuntersuchungen im Zusammenhang mit Amalgamfüllungen keine Indikation. Wenn der Quecksilbergehalt im Urin als ein Maß für die Belastung mit diesem Stoff dienen soll, sind nach Maßgabe des Bundesgesundheitsamtes Messungen in 24- Stunden-Sammel-Urin durchzuführen. Mit speziellen, hochsensiblen Analyseverfahren wie z. B. der ICP-Atom-Emissions- Spektroskopie, der Messung radioaktiv markierten Quecksilbers oder der Röntgendiffraktometrie können unter Umständen andere Werte gefunden werden. Grundsätzlich kann hierbei nicht unterschieden werden, ob Quecksilber elementar oder in einer anorganischen bzw. organischen Verbindung vorgelegen hat; das wäre jedoch für die Beurteilung der Giftigkeit wichtig.

Eignet sich der Lymphozytentransformationstestes (LTT) zur Bestimmung einer Unverträglöichkeit, insbesondere einer Metallunverträglichkeit?

Vorweg – NEIN! Der Entwicklung des Lymphozytentransformationstestes (LTT) lag die Beobachtung im Jahr 1960 zugrunde, dass ein Wirkstoff in Pflanzen (Phytohämagglutinin) eine Aktivierung von Leukozyten bewirkt. Leukozyten sind wichtige Zellbestandteile unseres Immunsystems. Seither wurde dieser Test von zahlreichen Arbeitsgruppen zur Evaluierung zellvermittelter Immunreaktionen in Labor eingesetzt. Das Prinzip des Testes beruht darauf, dass Lymphozyten, die durch ein bestimmtes Antigen sensibilisiert wurden und dadurch zu sogenannten Gedächtniszellen („memory“-Zellen) mutiert sind, zur Formation in Blasten angeregt werden, wenn sie erneut mit diesem Antigen in Kontakt kommen. Blasten sind Zellen, die wiederum neue Lymphozyten produzieren können. Entsprechend der zahlreichen biologischen Vorgänge in einer sich transformierenden Zelle gibt es verschiedene chemische und physikalische Methoden zur Messung der Transformation in Blasten. Es können Stoffwechselprodukte, Proteine, Zellveränderungen usw. gemessen werden. Durch diese Messungen erhält man Rückschlüsse, wieweit die Transformation der Memory Zelle zum Blasten fortgeschritten ist. Da es mittlerweile sehr viele unterschiedliche Meßmethoden gibt, wurde durch die „International Union of Immunological Societies“ (IUIS) ein LTT empfohlen, der die Inkorporation von tritiummarkiertem Thymidin misst. Die Methode wird seither eingesetzt zur Bestimmung der Lymphozytenfunktion.

Ein weiteres Einsatzgebiet des LTT ist der Nachweis einer spezifischen Sensibilisierung von Patienten gegen Fremdantigene (infektiöse Agentien, Allergene) oder Autoantigene (Autoimmunerkrankungen). Insbesondere in der Diagnostik medikamentös-allergischer Erkrankungen hat sich der Test seit ca. 40 Jahren bewährt. Auch in der Umweltmedizin erhoffte man sich von diesem Test Hinweise auf die Ursache unklarer Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf allergische Reaktionen gegenüber „Umweltstoffen“ (Metalle, Nahrungsmittel, Toxine etc.) bestand. Aufgrund methodischer Probleme gibt es mittlerweile eine fast unübersehbare Zahl von Testmodifikationen, woraus wiederum unterschiedliche Interpretationen – auch hinsichtlich Wertigkeit und Aussagekraft der Methode – resultieren. Auf die Relevanz des LTT bei verschiedenen Fragestellungen sowie seine Indikationen im Rahmen der Umweltmedizin soll im Folgenden eingegangen werden.

Zum Nachweis einer spezifischen Sensibilisierung (im Folgenden als „spezifischer LTT“ bezeichnet) wird den Lymphozytenkulturansätzen die zu testende Substanz oder ihre chemisch reinen Metaboliten in verschiedenen Verdünnungen (z.B.0.1,1.0,10, 100, 1000 μg/ml) zugesetzt, als interne Kontrolle wird statt des Antigens nur Medium zugegeben („Spontanproliferation“). Diese Verdünnungsreihen sind notwendig, um das optimale Verhältnis zwischen Lymphozytenmenge und Antigenkonzentration in der Kultur herauszufinden, bei dem die höchste Zellteilungsrate zu beobachten ist. Der Test wird in einem Parallelansatz mit Lymphozyten einer gesunden Kontrollperson durchgeführt, die mit der entsprechenden Substanz noch nie in Kontakt kam. Die Zellen werden für sechs Tage bei 37°C inkubiert und 18 Stunden vor Kulturende mit radioaktivem 3H-Thymidin markiert, das proportional zur Proliferation der Lymphozyten in deren DNA eingebaut wird. Aus der gemessenen Einbaurate des Thymidins (counts per minute=cpm) lässt sich der Stimulationsindex (SI) errechnen: SI=eingebaute Radioaktivität in Kulturen mit Antigen/eingebaute Radioaktivität in Kulturen ohne Antigen. Pathologische SI-Werte größer als 3 dürfen als sicher positiv interpretiert werden, Werte zwischen 2-3 zeigen mit großer Wahrscheinlichkeit einen positiven LTT an.

Um den Einsatz von radioaktivem Material zu vermeiden, gibt es neuere Ansätze, statt tritiummarkiertem Thymidin den Einbau von Bromdesoxyuridin mittels ELISA zu messen oder die Proliferation mittels FACS (fluorescence activated cell sorting) zu bestimmen. Es liegen aber erst wenige Erfahrungen mit diesen Methoden vor und sie haben sich daher noch nicht durchgesetzt.

Mit dem spezifischen LTT wird immer nur die Stimulierbarkeit und bestehende Sensibilisierung von Lymphozyten nachgewiesen, das bedeutet aber noch nicht automatisch eine Allergie! Das heißt dieser Test darf nicht – wie dies auch für andere Tests zum Nachweis einer Sensibilisierung gilt – automatisch als Indikator für die Allergie (Effektorreaktion) eingesetzt werden.

Solche „positiven“ Befunde, die lediglich eine Exposition anzeigen, werden vor allem gegenüber Substanzen beobachtet, mit denen (fast) jeder in Kontakt kommt (z.B. Nahrungsmittel, Pollen, Metalle, Fremdproteine etc.); ob dann auch eine Effektor-Reaktion induziert wird, d.h. Symptome im Sinne einer Allergie auftreten, hängt von anderen Faktoren ab.

Zudem aber erhält man nicht selten mit dem LTT „falsch negative“ Ergebnisse, d.h. es liegt klinisch eine eindeutige allergische Reaktion gegenüber einer bestimmten Substanz vor, die sich jedoch mit dem LTT nicht nachweisen lässt!

Bedeutung des spezifischen LTT für den Nachweis einer Nahrungsmittel- oder Pollenallergie

Eine Sensibilisierung z.B. gegenüber Eiweiß oder Haselnuss lässt sich in Labor oft auch bei Probanden nachweisen, bei denen nach Exposition mit Antigenen keine Symptome auftreten, auch bei der Inkubation von Lymphozyten mit Pollen- oder Milbenantigenen ist ein positiver Befund im LTT nicht immer mit einer klinischen Symptomatologie gleichzusetzen.

Bedeutung des spezifischen LTT für den Nachweis einer allergischen Reaktion gegenüber Metallen

Ein auch in der Literatur sehr kontrovers diskutiertes Thema ist die Spezifität des LTT zum Nachweis einer Reaktivität gegenüber Metallen bzw. einer daraus resultierenden Erkrankung. Unbestritten ist, dass eine Exposition gegenüber Metallen autoimmune Reaktionen auslösen kann. Nicht eindeutig belegt ist jedoch, inwieweit der Einsatz des LTT sinnvoll ist, um die klinische Manifestation einer solchen Reaktion zu belegen, da er lediglich, wie oben bereits ausgeführt, die Sensibilisierung und damit die Exposition, nicht aber die Effektorreaktion anzeigt. So konnte wie bei den Nahrungsmitteln auch für Nickel eindeutig nachgewiesen werden, dass eine erhöhte Zellteilung der Lymphozyten gegenüber Nickel im LTT nicht gleichzusetzen ist mit dem Auftreten von klinischen Symptomen. Dies gilt mit großer Wahrscheinlichkeit auch für viele andere Metalle wie z.B.Gold, Palladium oder Amalgam. Prinzipiell muss festgehalten werden, dass auf dem Gebiet des Einsatzes des LTT zum Nachweis einer metallinduzierten Erkrankung noch erheblicher Forschungsbedarf besteht, bevor er generell als diagnostischer Test auf diesem Gebiet empfohlen werden kann. Jegliche zur Zeit erhaltenen Tests sind unseriös und kosten Sie nur Geld und Energie!

Bedeutung des spezifischen LTT für den Nachweis einer allergischen Reaktion gegenüber tierischen oder pflanzlichen Antigenen

Eine Exposition gegenüber Fremdeiweißen (Chondroprotektiva, Thymuspräparaten, Mistel- oder andere Pflanzenextrakte) führt prinzipiell zu immunologischen Reaktionen im Sinne einer Sensibilisierung und damit auch zu einem positiven LTT-Ergebnis, ohne dass eine „Nebenwirkungsreaktion“, d.h. eine Effektorreaktion auftreten muss. So ist z.B. eine positive Reaktion im LTT gegenüber Bienen-oder Wespengift zwar nur bei Personen zu beobachten, die von diesen Insekten bereits früher gestochen worden waren, sie ist aber nicht unbedingt Hinweis, dass diese Individuen auch allergisch gegenüber diesen Stoffen reagieren.

Bedeutung des spezifischen LTT für den Nachweis einer medikamentösinduzierten Allergie

Das Hauptindikationsgebiet des „spezifischen“ LTT als diagnostischer Test liegt heute im Bereich der medikamentösen Allergien und nur dort! Der LTT ist vor allem dann indiziert, wenn es sich um Medikamente handelt, die immer wieder wegen bestimmter Erkrankungen verschrieben werden müssen (Antirheumatika, Antibiotika, Antiarrhythmica, Antiepileptika). In solchen Fällen sollte gleichzeitig auf ähnliche Stoffgruppen getestet werden, um festzustellen, ob der Patient bereits gegenüber verwandten (kreuzreaktiven) Verbindungen sensibilisiert ist. Ferner eignet sich der LTT bei multitherapierten Patienten oder bei Patienten, die Kombinationspräparate erhalten, um das bestimmte Antigen zu identifizieren, das zur Auslösung einer Nebenwirkungsreaktion geführt hat.

Die Bedeutung des LTT für die Umweltmedizin ist daher noch unklar. Ob und inwieweit der Test einen Beitrag auf diesem Gebiet zur besseren Identifizierung von allergischen Reaktionen gegen Umweltstoffe zu leisten vermag, müsste daher noch in umfangreichen Studien abgesichert werden. Derartige Untersuchungen müssten für jede einzelne in Frage kommende Substanz sowohl an exponierten Probanden mit klinischen Symptomen als auch an exponierten Probanden ohne klinische Symptome, an Probanden mit ähnlichen Symptomen ohne Exposition sowie an gesunden Probanden (ohne Exposition, ohne Symptome) durchgeführt werden. Dies gilt auch für alle Erweiterungen oder Modifikationen des Testes (Zytokinbestimmungen, Lymphozytensubpopulationen etc.). Der Forschungsbedarf bezüglich dieser Thematik soll daher nochmals ausdrücklich betont werden.

Zu Guter LETZT – SOLTTE ES NUN ENTFERNT WERDEN ODER NICHT? JA!

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