Kurzinfo zur Zirkonkrone

Jargonausdrücke: Zirkonkronen, Zirkoniumkrone, Vollkeramikkrone, Keramikkrone
Kosten für eine Zirkonkrone: ab 400€
Haltbarkeit: je nach Putztechnik und Anfertigung bis zu einigen Jahrzehnten

Sind Zirkonkronen besser als Metall Keramikkronen
Nein – ausschlaggebend für die Haltbarkeit einer Zahnkrone ist vor allem der Zahnbeschliff, also wie der Zahnarzt den Zahn beschleift. Mit dem Material hat die Haltbarkeit, oder Verträglichkeit einer Zahnkrone nichts zu tun!

Grafik eines tangential beschliffenen ZahnesSehr schnell und einfach umgesetzt ist der so genannte Tangentialbeschliff. Der Zahn wird einfach abgeschrägt. Der Nachteil dieser Beschliffvariante ist, dass der Techniker beim Anfertigen der Krone an den Kronenrändern eine gewisse Restbreite für die Keramik einhalten muss, da diese sonst brechen würde. Die Folge sind unschöne überstehende, wulstige Ränder. Um diese nicht zu sehen, werden die Beschliffgrenzen leider häufig unter das Zahnfleisch gesetzt. Mit der Zahnarztsonde oder der Zahnseide bleibt man an solchen Kronenrändern hängen, so auch Speisereste. Diese Speisereste verursachen eine Zahnfleischentzündung, Sie merken immer wiederkehrendes Zahnfleischbluten. Über die Jahre hinweg kommt es aufgrund der ständigen Entzündungen zu einem Zahnfleischrückgang, die Kronenränder sind dann wiederum sichtbar – die Gefahr von Wurzelkaries ist nun sehr groß. Hier sehen Sie ein Video wie eine überstehende Krone unter dem Mikroskop aussieht.

Grafik mit Stufen beschliffenen ZahnEine andere Möglichkeit ist der so genannte Stufenbeschliff, auch dieser ist relativ schnell umgesetzt. Hier hat der Techniker zwar genügend Platz für die Keramikränder, somit stehen keine Ränder ab, leider fließt aber das Klebemittel beim Zementieren nicht so gut ab, sodass eine Breite Klebefuge entsteht. Die Gefahr, dass sich das Klebemittel (meistens Zement) mit der Zeit z.B. durchs Zähneputzen auswäscht und wiederum Wurzelkaries entsteht ist ebenfalls sehr groß.

Grafik eines Hohlkehlen beschlifffenen ZahnesIm Hohlkehlenbeschliff sind die Vorteile der anderen Beschliffe vereinigt und die Nachteile beseitigt, jedoch ist diese Variante die Aufwendigste. Das Klebemittel kann beim Zemetiervorgang gut abfließen, was eine dünne Fuge bedeutet; der Techniker hat genug Platz für die Keramik, die Ränder schließen dicht ab, Speisereste können sich nicht verfangen. Um einen Hohlkehlenbeschliff zu erhalten, muss mit einer Lupenbrille gearbeitet werden und weiteres müssen beim Abdruck bestimmte Kriterien beachtet werden. Diese Technik erfordert zwar einen größeren Arbeitsaufwand, dafür erhalten Sie dichte Zahnkronen! Aber nicht nur ein genauer Beschliff alleine liefert eine gute Zahnkrone, viele Zwischenschritte sind notwendig um optimale Resultate zu erhalten.

Zirkon ist was?
Zirkon ist ein Jargonausdruck in der Zahmedizin, man meint damit Zirconiumdioxid ZrO2 – das ist eine Keramik und gehört zu der Gruppe der Oxidkeramiken. In der Zahnmedizin wird diese Keramik für Zahnimplantate und Zahnkronen verwendet. Diese Keramik zeichnet sich durch hohe Stabilität aus, Zahnbrücken können so ohne einen Metallkern angefertigt werden. Klassische Keramiken sind nicht so bruchfest wie Zirkoniumdioxid, deshalb wird bei “Nicht Zirkoniumdioxid Zahnbrücken” ein Gerüst aus Metall angefertigt, um entsprechende Stabilität zu gewährleisten. Die Metallgerüste werden dann mit speziellen Schichtkeramiken überschichtet um eine gute Ästhetik zu erzielen. Bei weitspannigen Zahnbrücken wird heute noch immer ein Metallkern verwendet, denn auch “Zirkon” hat Grenzen. Zwar sind also dank der hohen Stabilität von Zirkoniumdioxid kleine Gerüste aus Keramik möglich, jedoch muss auch Zirkoniumdioxid aus ästhetischen Gründen mit Schichtkeramiken verkleidet werden. Die Schichtkeramik, also die Keramik, die auf das Zirkongerüst kommt, ist für Zirkonkronen die gleiche, wie für Metallgerüste. Nach außen gleichen sich also die Zahnkronen was das Material anbelangt.

Wie wird eine Zirkon Zahnkrone befestigt?
Prinzipiell werden Keramiken geklebt (adhäsiv befestigt), Zirkoniumdioxid Zahnkronen können aber aufgrund der hohen Stabilität sowie Metallkronen zementiert werden. Der Fachmann unterscheidet also Keramiken mit einer hohen Festigkeit (über 200 MPa) und Keramiken mit Festigkeiten unter 200 MPa – diese werden auch als Adhäsivrestaurationen (also geklebte Keramiken) bezeichnet. Ob geklebter oder zementierter Zahnersatz besser ist, kann heute noch nicht eindeutig gesagt werden. Das liegt daran das die Klebesysteme noch nicht so alt sind und deshalb wenig gute Daten vorhanden sind, zudem jagt eine Neuentwicklung auf diesem Gebiet die andere, weiters sind die Klebeprozeduren aufwändiger als Zementverfahren und viele Zahnärzte gewöhnen sich erst langsam an die neuen Techniken. Deshalb ist es sinnvoll sich vor ab zu erkundigen mit welchem Material der Zahnarzt gewohnt ist zu arbeiten, denn Routine gewährleistet Ihnen lange Haltbarkeit.

Halten Zirkonkronen länger?
Von der Haltbarkeit gibt es keine Unterschiede zu den klassischen Metallkeramik Kronen und Zirkon Kronen. Die Haltbarkeit einer Zahnkrone hängt nicht vom Material ab, ausgenommen sind Kronen aus Kunststoff, sondern vielmehr von der Dichtheit der Zahnkronengrenzen. Hierbei kommt es vor allem auf den Zahnbeschliff, den Zahnabdruck, der Genauigkeit des Zahntechnikers und des Zahnarztes an. Das wichtigste an einer Zahnkrone, bezüglich der Haltbarkeit, ist die genaue Passung am Zahn. Die Zahnkrone sollte ohne Stufe, oder einem Spalt in die Zahnwurzel übergehen. Idealerweise erfolgt ein so genannter Hohlkehlenbeschliff, dadurch ist ein schmaler Zementspalt gewährleistet.

Allergie auf Zahnkronen?
Häufig kommt es bei Zahnkronen zu Zahnfleisch Entzündungen und/oder zu Zahnschmerzen. Der Patient glaubt das könnte etwas mit einer Allergie zu tun haben und möchte deshalb häufig Kronen aus Zirkon. Eine Zahnfleischentzündung, welche lokal begrenzt ist hat mit einer undichten Krone zu tun, aber nichts mit einer Allergie. Speisereste verfangen sich in den undichten/überstehenden Kronenrändern und können mit der Zahnbürste nicht entfernt werden, so kommt es zur bakteriellen Besiedelung und das führt zu einer Zahnfleischentzündung. Sie merken Zahnfleischbluten, eventuell Mundgeruch und mit der Zeit Zahnfleischrückgang. Zahnschmerzen nach dem anfertigen einer Zahnkrone können auf einen Zahnnervschaden hinweisen und haben auch nichts mit einer Allergie zu tun. Eine Ursache dafür ist zum Beispiel ein Schleiftrauma. Immer wenn am Zahn gebohrt wird besteht diese Gefahr, deswegen sollte man so selten wie nur möglich am Zahn herumbohren. Das erreicht man wenn Materialien verwendet werden die Jahrzehnte halten können, der Zahnarzt und der Zahntechniker genau arbeitet und sie ihre Putztechnik im Seitzahnbereich optimieren. Allergien sind auf Zahnmaterialien äußerst selten und nicht nur lokal auf eine Zahnkrone beschränkt, zudem würde bei vorliegen einer tatsächlichen Allergie auf Dentalkeramiken, ein Umstieg auf Zirkon nichts nützen, denn die Schichtkeramiken sind immer die gleichen.

Was kosten Zirkonkronen
Der Preis von Zahnkronen hat wenig mit dem Material zu tun aufgrund des geringen Materialbedarfs. Somit sind die Unterschiede bezüglich der Materialkosten von Metallkeramik Kronen und Zirkonium Zahnkronen marginal. Der Preis eine Zahnkrone hängt hauptsächlich von der Ästhetik ab – es macht einen Unterschied ob der Zahntechniker die Zahnkrone individuell schichtet oder nur nach einer Farbvorgabe des Zahnarztes. Weiters macht es einen Unterschied ob der Zahnarzt die Präparationsgrenzen der Zahnkrone genau in den Sulcus platziert, oder eben nicht. All diese Arbeitsschritte kosten Zeit und damit Geld. In Europa sind Zirkonkronen ab 500€ erhältlich und die Preise gehen bis 2000€. Dieser Preisunterschied ist in Bezug auf das verwendete Material nicht zu erklären, denn die einzelnen Kronen unterscheiden sich nicht voneinander, außer was die Arbeitszeit und somit die Passung und Ästhetik anbelangt – hier gibt es natürlich Unterschiede.

Bessere Ästhetik mit Zirkonia Zahnersatz?
Am wichtigsten für gute ästhetische Ergebnisse ist das Zusammenspiel Zahnarzt und Zahntechniker und vor allem die Erfahrung des Zahntechnikers mit dem entsprechenden Material. Aufgrund neuerer Verarbeitungstechniken sind die Kronenränder bei Metallkeramik Kronen ebenfalls aus Keramik – dunkle Kronen Ränder sind somit nur noch selten. Ein Zahnarzt und Zahntechniker, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich Metall Keramik Kronen anfertigen, können genauso ästhetisch hochwertige Arbeiten liefern, wie sie zum Beispiel mit den neuen Keramiken möglich sind. Zwar müssen bei den reinkeramischen Kronen häufig nicht so breite opake Schichten aufgetragen werden, wie bei den Metall Kronen, jedoch müssen die reinkeramische Kronen aus Stabilitätsgründen generell etwas breiter als die Metall Kronen gefertigt werden und somit ist eine Schonung von Zahn Hartzubstanz auch nicht möglich.